Historischer Klostergarten Maria Luggau
Klostergärten sind seit jeher Nutzgärten, Heilpflanzengärten und in besonderer Weise auch Orte der spirituellen Einkehr. Der Klostergarten Maria Luggau lädt daher ein zu sehen und zu schauen, innezuhalten und zu staunen.
Der historische Klostergarten Maria Luggau im Lesachtal ist ein Arzneipflanzengarten mit über 130 Heil- und Nutzpflanzen. Die Anlage verbindet barocke Gartenarchitektur mit Pflanzen der Klostermedizin und der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM)
Arzneipflanzengarten · Gartenarchitektur · Klostermedizin
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Ein Kraftort mit Geschichte
Der Klostergarten Maria Luggau geht in seiner heutigen Gestalt auf das 17. Jahrhundert zurück. Auf 1.172 Metern Seehöhe entfaltet sich eine barock geprägte Terrassenanlage mit dem Spatzentempel als architektonischer Mitte.
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Darstellung der Klosteranlage Maria Luggau im Werk „Die Ehre des Hertzogthums Crain“ von Johann Weichard Valvasor, 1688
Historische Darstellungen – wie der Stich von Valvasor – bezeugen die frühe Bedeutung des Gartens innerhalb der Klosteranlage. Nach einem langen Dornröschenschlaf wurde er 2013 denkmalgerecht rekonstruiert und wieder zugänglich gemacht.
Heute ist der Garten ein lebendiger Raum, in dem historische Ordnung, Heilpflanzen und natürliche Rhythmen zusammenfinden. Er lädt dazu ein, die Pflanzen und die Anlage mit allen Sinnen zu erleben – im Wandel der Jahreszeiten.
Der Kunst- und Gartenhistoriker Géza Hajós bezeichnete den Klostergarten als „eine der interessantesten Schöpfungen der historischen Gartenarchitektur in ganz Österreich“.
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Klostergartenanlage anläßlich der 10 Jahresfeier 2023
Der Klostergarten ist ein Arzneipflanzen Garten
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Der Klostergarten Maria Luggau ist ein Arzneipflanzengarten.
Hier werden Kräuter angebaut und gepflegt, die für die Weiterverarbeitung und den täglichen Gebrauch bestimmt sind.
Die Bepflanzung orientiert sich an historischen Quellen und an den ursprünglichen Aufgaben von Klostergärten. Maßgeblich waren Werke wie das Capitulare de villis (812), der Klosterplan von St. Gallen (um 820) oder der „Liber de cultura hortorum“ des Walahfrid Strabo (um 840).
Bis zu 130 verschiedene Pflanzenarten – Heilpflanzen, Gemüse- und Getreideraritäten sowie Zier- und Symbolpflanzen – prägen das Bild des Gartens und verbinden historische Ordnung mit lebendiger Nutzung im Jahreslauf.
Klostermedizin & Traditionelle Europäische Medizin
Mit der Neugestaltung des Klostergartens erfährt die Klostermedizin als eine bedeutende Epoche innerhalb der jahrtausendealten Geschichte der Traditionellen Europäischen Medizin besondere Beachtung. Zugleich wird ein Welt- und Naturverständnis als Ordnungsmodell im Gartenraum umgesetzt, das die europäische Medizin nachhaltig geprägt hat.
Die vier Beete rund um den Spatzentempel sind den Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft gewidmet. Sie verweisen auf ein historisch-kosmologisches Ordnungsprinzip, das Pflanzen, Jahreszeiten und menschliche Konstitution miteinander in Beziehung setzt – und damit auch das Verständnis von Gesundheit und Krankheit sowie die Wirkung von Pflanzen als Nahrungs- und Heilmittel prägt.
Die Lehre von den vier Elementen zählt zu den grundlegenden Denkmodellen der europäischen Medizingeschichte. Im Klostergarten wird dieses Modell nicht museal präsentiert, sondern im lebendigen Gartenraum erfahrbar gemacht.
Feuer · Erde · Wasser · Luft
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Den Klostergarten erleben
Die im Klostergarten umgesetzte gartenarchitektonische und medizingeschichtliche Epoche erschließt sich in ihrer Tiefe nicht allein beim Besuch der Anlage. Vieles wird erst im geführten Gehen und im Gespräch verständlich – über die barocke Ordnung des Gartens, über Pflanzen und ihre Geschichte sowie über ihre Einordnung in ein kosmologisches Weltbild und in das Verständnis der Traditionellen Europäischen Medizin.
In meinen wöchentlichen Führungen werden diese Zusammenhänge im Gartenraum erläutert und eingeordnet.
Für Gruppen können individuelle Termine vereinbart werden.
Weitere Informationen zu Terminen und Angeboten finden Sie im Bereich Erleben & Angebote.
Den Klostergarten im Jahreslauf
Den Klostergarten in Bildern erleben
Frühling · Sommer · Herbst · Winter
Frühling, Frühsommer | Element LUFT
Zwischen den ersten sprießenden Kräutern und dem Aufblühen der Duftrosen entfaltet sich der Frühling im Klostergarten – ein Übergang vom stillen, drängenden Erwachen zu neuer Fülle. Dem Element Luft zugeordnet, steht er für die Phase des Neubeginns und Wachsens.

© Simone Matouch

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Sommer | Element FEUER
Zwischen dem ersten Duft der Rosen und der aufsteigenden Wärme der Tage entfaltet sich der Sommer im Klostergarten – sichtbare Fülle, kraftvolles Blühen und die beginnende Reife der ersten Früchte und Körner. Dem Element Feuer zugeordnet, zeigt der Garten seine höchste Lebensenergie – die Phase, in der Leben weitergegeben und der Grundstein für die nächste Generation gelegt wird.

© Simone Matouch

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Herbst | Element ERDE
Mit dem Übergang zur kühleren Jahreszeit zeigt sich der Herbst als Phase des Reifens, der Konzentration und der Verdichtung. Dem Element Erde entsprechend ziehen sich die Kräfte der Pflanzen wieder in die Tiefe zurück – in Wurzeln, Samen und Rhizome, Früchte fallen zu Boden.


© Simone Matouch

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Winter | Element WASSER
Mit Beginn der kalten Jahreszeit kehrt Ruhe im Garten ein.
Dem Element Wasser entsprechend sammelt sich die Lebenskraft im Inneren – verborgen, gesammelt und in Vorbereitung auf einen neuen Lebenszyklus.

© Simone Matouch



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